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9. September 2026

Von Autonomous Enterprise bis Filialen der Zukunft – Realitätscheck für den Handel

Volles Haus bei den DSAG-Handelstagen: praxisnahe Veranstaltung trifft wieder Nerv der Branche

Recap: DSAG-Handelstage

Rund 400 CIOs, Fachverantwortliche und Implementierungspartner des deutschsprachigen Handels kamen am 08. und 09. September in Osnabrück zur Branchenveranstaltung zusammen. Mit einer Mischung aus Keynotes, Strategie-Updates, Anwenderberichten und Deep Dives rückte die DSAG zentrale Zukunftsthemen in den Fokus – und machte zugleich deutlich, wo der Handel heute steht.

Unter dem Motto „Intelligent. Vernetzt. Innovativ.“ brachte die DSAG bei den DSAG-Handelstagen gleich mehrere große Themenbereiche auf die Agenda: Filialen der Zukunft, IT-Architektur, Bestellmanagement/Bestand, Warenwirtschaft/Finanzen sowie KI und Daten. So unterschiedlich die Schwerpunkte auch waren, ein gemeinsamer Nenner zeigte sich in nahezu allen Beiträgen: KI, Automatisierung und Cloud beschäftigen einen Großteil der Anwender.

Das verdeutlichte direkt der Auftakt-Talk mit Thomas Henzler, DSAG-Fachvorstand Vertrieb, Produktion & Logistik, zum Autonomous Enterprise. Mit dem neuen Zielbild stellt SAP das autonome Unternehmen in Aussicht, in dem der Mensch – so der Gedanke – Ziel und Leitplanken vorgibt. Die KI soll große Teile der operativen Umsetzung übernehmen. Statt punktueller KI-Funktionen verspricht der Software-Konzern ein durchgängiges Zusammenspiel intelligenter Assistenten und spezialisierter Agenten, die zentrale Geschäftsprozesse weitgehend selbstständig vorbereiten, koordinieren und ausführen.

Chancen für automatisierte Handelsprozesse

Für den Handel eröffnet dieser Ansatz zahlreiche Möglichkeiten – von einer stärker personalisierten und automatisierten Kundenansprache über die vorausschauende Steuerung von Beständen und Warenströmen bis hin zur weitgehend selbstständigen Abwicklung von Bestellprozessen. Bei allen Chancen machte der Fachvorstand aber auch klar, dass zwischen dieser Vision und gelebter Praxis noch ein gutes Stück Weg liegt. „Autonome Prozesse entstehen nicht allein durch den Einsatz von KI-Agenten. Sie setzen eine hohe Datenqualität und einheitliche Stammdaten ebenso voraus wie durchgängige End-to-End-Prozesse, integrierte Systemlandschaften, verbindliche Governance-Strukturen und einen konsistenten Geschäftskontext – und im Idealfall moderne Cloud-Architekturen“, so Henzler.

Gerade für Unternehmen mit gewachsenen und stark individualisierten SAP-Landschaften bedeutet das einen erheblichen Transformationsaufwand. „Inwiefern das große Zielbild erreicht wird, hängt also zum einen davon ab, wie konsequent Unternehmen die notwendigen Grundlagen schaffen und zum anderen von SAPs Rahmenbedingungen“, ergänzt Henzler. Dabei geht es nicht nur darum, dass der Software-Konzern die auf der Sapphire im Mai angekündigten Integrations- und Kontextfunktionen umsetzt und dass er leistungsfähige Joule-Assistenten bzw. intelligente Agenten zur Verfügung stellt. Es geht außerdem um eine transparente und nachvollziehbare Lizenzierung von KI. Aktuell wird in vielen Unternehmen der Verbrauch von sogenannten AI-Tokens diskutiert – und damit verbunden auch der Gegenwert dafür. Gerade im Kontext des Autonomous Enterprise muss sich zeigen, wie hier ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Verbrauch und Gegenwert sichergestellt werden kann.

KI-Angebot verknüpft technische und kommerzielle Fragen

Denn mit dem wachsenden KI-Angebot werden technische und kommerzielle Fragen immer enger miteinander verknüpft: Je nach Funktion und Nutzung greifen unterschiedliche Lizenz- und Verbrauchsmodelle. Wer beispielsweise als Entwickler:in eine KI-Funktion in eine Anwendung integriert, muss perspektivisch nicht nur deren technische Umsetzung berücksichtigen, sondern auch verstehen, wie die genutzten KI-Services abgerechnet werden und welche laufenden Kosten daraus im produktiven Betrieb entstehen. Auch Herausforderungen wie diese wurden vor Ort thematisiert – und unter anderem auf dem Podium mit SAP-Beteiligung diskutiert.

Zahlreiche Kundeneinblicke in die Praxis

Wie vielfältig die Fragen rund um KI und Automatisierung darüber hinaus sind, zeigten die zahlreichen Kundenvorträge. Zugleich unterstrichen die Praxisberichte, wie konkret sich Unternehmen bereits mit den neuen Möglichkeiten auseinandersetzen. Dabei reichte das Themenspektrum vom Einsatz von Business AI im SAP EWM über die Entwicklung einer Autonomous-Finance-Roadmap bis zur Bedeutung konsistenter Stammdaten auf dem Weg zum Autonomous Enterprise.

Neben den fachlichen Impulsen stand auch der direkte Austausch im Mittelpunkt der beiden Tage. Teilnehmende konnten sich exklusiv Gesprächstermine mit der SAP-Produktentwicklung buchen und konkrete Fragen und Anliegen vor Ort adressieren. Raum für Gespräche und Vernetzung bot außerdem die Partnerausstellung mit 32 Ausstellern – und nicht zuletzt der Austausch der Teilnehmenden untereinander.

Branche in Bewegung

Nach zwei Tagen voller Deep Dives, Diskussionen und Praxisberichte bleibt vor allem eines hängen: Der Handel ist in Bewegung. Viele Unternehmen erproben konkrete KI-Szenarien, denken Prozesse neu und arbeiten daran, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, um erfolgreiche KI-Ansätze in die Breite zu bringen. Die Branche wird damit Schritt für Schritt noch intelligenter, vernetzter und zunehmend automatisierter.

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