Von SAP Fiori bis Prozesslogik: Praxis-Dialog für zukunftssichere Instandhaltung
Strategische Produkt-Validierung dank gebündelter SAP- und DSAG-Expertise

Einmal im Jahr laden die SAP-Produktverantwortlichen für Instandhaltungs- und Servicemanagement die Profis aus der Praxis zum „Fiori-Praxis-Dialog“ ein. Er richtet sich exklusiv an DSAG-Mitglieder und dient als Plattform, um neue Funktionen innerhalb der Fiori-Apps live zu validieren, bevor sie global ausgerollt werden. Das Feedback der DSAG-Mitglieder wird direkt in die Software-Entwicklung rückgeführt – eine essenzielle Qualitätssicherung für Enterprise-Lösungen.
Wie wertvoll es ist, wenn SAP und DSAG ihre Expertise bündeln, zeigte der jüngste Praxis-Dialog im Dezember 2025. Rund 15 Vertreter:innen des DSAG-Arbeitskreises (AK) Instandhaltungsmanagement und etwa 50 Experten des AK Servicemanagement folgten der Einladung des Software-Konzerns an die SAP-Standorte München und Walldorf. Ihr Ziel: Die gezielte Evaluation neuer Fiori-Funktionalitäten unter Realbedingungen. SAP profitiert dabei direkt vom konstruktiven Feedback der Anwender.
„Für die Mitglieder bedeutet das einen erheblichen Zeit- und Ressourcenaufwand“, erklärt Ingo Teschke, Solution Architekt SAP EAM bei der BLS AG und Teil des AK-Sprecherteams Instandhaltungsmanagement. „Den investieren sie aber bereitwillig, schließlich geht es darum, gemeinsam mit SAP Produkte weiterzuentwickeln.“ Im Fall der Instandhaltungsgruppe lag der Fokus der dreitägigen Sitzung auf der Auftrags-App F5241 – konkret auf den Features, die SAP mit den kommenden Releases bereitstellen wird.
Akribisches Qualitätsmanagement der Anwender
Die App dient dazu, Instandhaltungsaufträge zu verwalten, zu bearbeiten und zu überwachen. Validiert wurden funktionale Erweiterungen wie das neue Phasenmodell, die Integration der Materialwirtschaft sowie die erweiterte Checklisten-Funktionalität. Dazu prüften die Teilnehmenden die digitalen Abläufe anhand komplexer Praxisbeispiele. „Nachdem uns die Entwickler:innen die Neuerungen vorgestellt hatten, saßen wir viele Stunden an unseren Laptops und haben die digitalen Abläufe bis ins Kleinste durchgeklickt, verschiedene Szenarien auf Herz und Nieren erprobt – sowohl anhand vorbereiteter Testskripte als auch freestyle“, schildert Teschke. „Fehler und Anpassungsbedarfe haben wir in Form von Tickets erfasst. Dinge, die sich vor Ort lösen ließen, wurden von den rund 15 SAP-Entwickler:innen und -Produktmanagern direkt umgesetzt. Umfangreichere Änderungen arbeiten sie nach und nach ab.“
Mehr als 100 Tickets kamen zusammen – doppelt so viele wie im Vorjahr. „Das zeigt, dass wir im Gremium und gemeinsam mit SAP inzwischen gut eingespielt sind und dem Qualitätsmanagement einen hohen Stellenwert beimessen“, so Teschke.
Auch im Nachgang hatten die Teilnehmenden noch die Möglichkeit, mehrere Wochen lang remote weiter zu testen und ihre Korrekturen sowie Verbesserungsvorschläge einzureichen. Über eine Liste konnten sie in dieser Zeit den Stand der Tickets einsehen.
„Größere Optimierungswünsche werden in der Regel in die Planung der nächsten Releases aufgenommen. Inwiefern diese Funktionen schlussendlich ausgeliefert werden, sehen wir dann auch erst mit dem Roll-out“, erklärt der SAP-Anwender und DSAG-Vertreter.
UX als Effizienztreiber
Warum sie dieses akribische Qualitätsmanagement auf sich nehmen? Auch darauf hat er eine klare Antwort: „Moderne und intuitive Nutzeroberflächen, die künftig auch KI-Funktionen sinnvoll unterstützen, sind für Anwender:innen zentral. Wenn Anwendungen einfach und logisch bedienbar sind, können Teams effizienter und fehlerfreier arbeiten. Jetzt haben wir die Chance, die Weichen genau dafür zu stellen.“
Win-win-Situation für SAP und DSAG-Mitglieder
Der Praxis-Dialog, der nun bereits zum vierten Mal stattfand, ist ein Paradebeispiel für gelebte Co-Innovation. „SAP profitiert enorm von uns Anwendern und dem Praxis-Know-how. Gleichzeitig ist es dem Konzern aber auch hoch anzurechnen, dass wir Gehör finden. Sähen wir keine Verbesserungen, würden wir den Dialog auch nicht mehr unterstützen. Es lohnt sich im Ergebnis also auch für uns“, resümiert er, und weiter: „Besonders ist außerdem, dass SAP gezielt den Dialog mit der DSAG sucht – anstatt nur mit einzelnen Großkunden. Das unterstreicht den hohen Stellenwert, den wir uns erarbeitet haben.“
Gegenseitiges Verständnis stärken
Auch SAP bestätigt den großen Nutzen solcher Testrunden: „Wir betrachten die App-Entwicklung naturgemäß oft aus der technischen Perspektive. Der direkte Kontakt mit Endanwendern und deren realen Herausforderungen ist für uns daher unersetzlich“, erklärt Christian Feser, Development Manager bei SAP. Ajith Cheruvally, Development Architekt bei SAP, ergänzt: „Wir gewinnen ein tieferes Verständnis für die Prozesslogik und die Mengengerüste der Anwender – das verändert unseren Blick auf die Applikationen nachhaltig.“
„Umgekehrt lernen wir Anwender im Gespräch mit den engagierten Produktexpert:innen, dass vieles, was einfach wirkt, in der Umsetzung durchaus komplex sein kann“, ergänzt Teschke. „So bringen wir beide Perspektiven zusammen und entwickeln mehr Verständnis füreinander.“
Messbare Ergebnisse für das Instandhaltungsmanagement
Die Ende Februar veröffentlichte Version der Auftrags-App F5241 zeigt bereits die Früchte dieser Zusammenarbeit. Einige Beispiele für optimierte Features:
- Effiziente Objektliste: Integration einer Freitextsuche für technische Objekte zur signifikanten Beschleunigung von Suchvorgängen.
- Intuitives Onboarding: Technische Objekte werden nun bereits im ersten Erfassungsschritt aufgenommen, was den Workflow bei der Auftragserstellung verkürzt.
- Präzises Error-Handling: Bei Fehleingaben erfolgt eine direkte Feldmarkierung, was Suchaufwände bei der Korrektur minimiert und die Datenqualität erhöht.
Um diese erfolgreiche Zusammenarbeit weiterzuführen, sind die nächsten Kundentests bereits in Planung.