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28. September 2026

Erfolgreicher DSAG-Workshop zur IS-H-Nachfolge

Dedalus, GITG und ATSP/RZV bestätigen Bereitschaft zu gemeinsamen Standards

Wie können Krankenhäuser bei der SAP-IS-H-Nachfolge unterschiedliche Systeme verlässlich kombinieren? Beim DSAG-Workshop am 16. September 2026 verständigten sich Vertreter:innen von Anwenderunternehmens, Dedalus, ATSP/RZV und GITG auf einen regelmäßigen Austausch und die gemeinsame Arbeit an Standardschnittstellen. Offen blieben nach dem ersten Workshop konkrete Roadmaps sowie Fragen zu Lizenzen und Kosten.

Können Krankenhäuser auch künftig Krankenhausinformationssysteme (KIS) und Abrechnungslösungen unterschiedlicher Anbieter kombinieren? Widersprüchliche Aussagen zur künftigen Anbindung externer Patientenmanagement- und Abrechnungssysteme hatten am Markt für Unsicherheit gesorgt, wie auch der impulsant-Beitrag „IS-H-Nachfolge: DSAG initiiert Workshop mit Dedalus, GITG und ATSP“ zeigt. Um für Klarheit zu sorgen, haben sich jetzt erstmals Vertreter:innen von Anwenderunternehmen, Herstellern und Integrationspartnern zu einem gemeinsamen Workshop getroffen. Im Mittelpunkt standen Schnittstellen, Integrationsstrategien und die Frage, welche Informationen Krankenhäuser für ihre Entscheidungen benötigen.

Bestehende Schnittstellen als Ausgangspunkt

Alle Beteiligten waren sich einig, dass offene Systemlandschaften unterstützt werden müssen. „Krankenhäuser erwarten Wahlfreiheit bei der Kombination von Krankenhausinformationssystemen und Abrechnungslösungen. Technische Zielbilder sind vor allem HL7, FHIR und eine API-basierte Integration“, sagt Michael Pfeil, DSAG-Arbeitskreissprecher Healthcare und ergänzt: „Für uns in den Kliniken und Krankenhäusern ist es wichtig, dass bewährte Funktionen erhalten und bisherige Investitionen geschützt bleiben. Gemeinsame Standards können dabei helfen, unterschiedliche Lösungen verlässlich miteinander zu verbinden.“

Dazu passt auch eines der zentralen Ergebnisse des Workshops: Für den Übergang von alten KIS und Abrechnungslösungen zu neuen Produkten sollen bestehende und bewährte Schnittstellen weiterverwendet werden. Ziel ist es, den bisherigen Funktionsumfang zu erhalten, auf vorhandenen SAP-Standards aufzubauen und die Transformation möglichst risikoarm zu gestalten. ATSP/RZV betonten im Zuge des Workshops, dass bestehende SAP-Standards weitgehend nutzbar seien und eine schnelle Übernahme vorhandener Schnittstellen technisch möglich sei. GITG sprach sich ebenfalls dafür aus, kurzfristig auf bestehenden Schnittstellen aufzubauen. Langfristig sollte eine herstellerübergreifende Standardschnittstelle entstehen, um Krankenhausinformationssysteme und Abrechnungslösungen verschiedener Hersteller verbinden zu können

Individuelle Anpassungen der Krankenhäuser und Kliniken und Sonderentwicklungen erschweren nach Einschätzung der Teilnehmenden die Transformation erheblich. Deshalb sollen aus Sicht aller Workshop-Teilnehmer:innen neben Schnittstellen auch Integrationsszenarien, Ausschreibungen und Vorgehensmodelle bei Migrationen stärker standardisiert werden.

Dedalus: Zusammenarbeit und Länderprioritäten

Dedalus bekräftigte seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den weiteren Partnern und stellte klar, dass Partnerlösungen nicht grundsätzlich abgelehnt werden. Bereits laufende Integrationsprojekte in der Schweiz dienen als Grundlage für weitere Länder. Nach der Schweiz hat Österreich aktuell höchste Priorität. Deutschland soll folgen, sobald konkrete Kundenprojekte vorliegen. Geplant sind Standardschnittstellen, keine kundenspezifischen Sonderlösungen. Die ORBIS-Abrechnung bleibt nach Aussage von Dedalus weiterhin verfügbar, sofern Kunden dies wünschen. ATSP/RZV betonten, die Zusammenarbeit mit Dedalus aktiv fortführen zu wollen.

Roadmaps, Lizenzen und Kosten werfen weiterhin Fragen auf

„Aus unserer Sicht braucht es vor allem mehr Geschwindigkeit und belastbare Entscheidungsgrundlagen. Zahlreiche Krankenhäuser und Klinken haben noch keine Entscheidung getroffen. Häufig fehlen verlässliche Roadmaps“, erläutert Pfeil. Zudem bestünden Unsicherheiten hinsichtlich Technologie, Kosten und Zeitplanung. Die rund 250 deutschen Häuser mit i.s.h.med-Nachfolgebedarf wurden dabei als besonders wichtige Zielgruppe genannt.

Für Österreich wird bis Ende September 2026 ein schriftliches Statement von Dedalus zur Bereitstellung der Schnittstellen erwartet. „Für die österreichischen Krankenhäuser drängt die Zeit: Sie müssen ihre Budgets für 2027 planen und benötigen bereits im Frühjahr funktionierende Schnittstellen. Wir brauchen jetzt belastbare Angaben – auch dazu, welche Kosten und Lizenzbedingungen damit verbunden sind“, so Walter Schinnerer, DSAG-Fachvorstand Österreich. Die angekündigte Priorität für Österreich muss sich deshalb rasch in einer konkreten, verlässlichen Planung zeigen. In Deutschland soll zunächst der konkrete Marktbedarf erhoben werden. Darüber hinaus stehen priorisierte Roadmaps für Integrationsszenarien sowie Orientierungs- und Entscheidungshilfen für Krankenhäuser auf der Agenda.

Weiterer Klärungsbedarf besteht – so ein Ergebnis des Workshops – bei den Lizenzmodellen für neue Schnittstellen, den Auswirkungen bestehender Lizenzen und den SAP-Lizenzstrategien. Auch die Kostenmodelle der SAP Business Technology Platform (BTP) und die künftigen Betriebskosten müssen transparent werden. „Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit ist ein wichtiger Schritt. Für ihre Entscheidungen brauchen die Klinken und Krankenhäuser aber konkrete Angaben dazu, welche Schnittstellen wann bereitstehen und welche Kosten damit verbunden sind. Diese Fragen müssen wir im weiteren Austausch klären“, sagt Pfeil.

Weitere Zusammenarbeit geplant

Die Beteiligten haben vereinbart, sich künftig alle vier Wochen auszutauschen. Die Treffen sollen überwiegend remote und mit den jeweils benötigten Expert:innen stattfinden. Die nächsten Schritte auf der Agenda sind jetzt:

  • Standardschnittstellen: Bestehende Standardschnittstellen sollen analysiert, bewährte Vorgehensweisen identifiziert und auf Grundlage vorhandener SAP-Standards soll ein gemeinsames Zielbild entwickeln werden.
  • DSAG-Leitfaden: Um Kliniken und Krankenhäusern Orientierung zu geben, soll ein DSAG-Leitfaden entstehen – mit Empfehlungen für Ausschreibungen, Standardisierungsansätzen, Integrations- und Transformationsszenarien sowie Handlungsempfehlungen für SAP-IS-H-Nachfolgeprojekte.
  • Österreichisches Anwenderformat: Es soll ein Format entstehen, das die Anforderungen österreichischer Dedalus-Kunden bündelt und die Abstimmung mit Dedalus zu Roadmap, Schnittstellen und Kostenmodell unterstützt.
  • Roadmaps: Alle beteiligten Anbieter prüfen Zeitplanung, Prioritäten, länderspezifische Rollout-Szenarien und technische Weiterentwicklungen, um möglichst zeitnah Transparenz in Sachen Roadmaps zu schaffen.

DSAG-Partnertage für weiteren Austausch

Auch im Rahmen der DSAG-Partnertage: Healthcare 2026 am 03. und 04. November 2026 in St. Leon-Rot sollen die Workshop-Ergebnisse vertieft werden. Die vierten DSAG-Partnertage Healthcare bieten eine Plattform für den praxisnahen Austausch zwischen Anwender:innen, Klinikvertreter:innen, SAP-Expert:innen und Vertreter:innen von Systemanbietern. Im Mittelpunkt stehen konkrete Projekterfahrungen, strategische Fragestellungen sowie praxisnahe Lösungsansätze aus dem Healthcare-Umfeld.

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