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4. Juni 2026

DSAG-Jahreskongress 2026: Zentrale Themen der SAP-Community

Von Business AI bis zur neuen SAP API Policy – das treibt Anwenderunternehmen um

Im Vorfeld des DSAG-Jahreskongresses 2026 gibt DSAG-Vorstandsvorsitzender Jens Hungershausen Einblick in Themen, die SAP-Anwenderunternehmen bewegen: S/4HANA, Cloud, Business AI, Joule, SAP Business Data Cloud und die neue SAP API Policy. Was bedeuten die Entwicklungen für die Praxis – und warum ist der Austausch jetzt so wichtig?

Herr Hungershausen, welche Themen beschäftigen die SAP-Anwenderunternehmen aktuell am stärksten?

Jens Hungershausen: Die Unternehmen stehen unter großem Druck, sich zu transformieren. S/4HANA, Cloud-Strategien, wirtschaftlich tragfähige Investitionsentscheidungen, Künstliche Intelligenz, Datenqualität, Integration und Planungssicherheit: Viele von uns fragen sich nicht nur, welche Technologien relevant sind. Wir fragen uns auch: Was bringt unseren Unternehmen konkreten Mehrwert — und was kostet es?

Rund um die SAP Sapphire 2026 hat SAP erneut viele Impulse rund um Business AI, Joule und neue Agenten gesetzt. Was müssen Anwenderunternehmen jetzt prüfen?

KI ist für die Anwenderunternehmen hochrelevant, aber nur, wenn sie belastbar in Geschäftsprozesse eingebettet werden kann. Entscheidend ist hier, dass es transparent zugeht. Der Einsatz muss nachvollziehbar sein, der Datenzugriff und die Governance klar geregelt und der Nutzen muss eindeutig sein. SAP hat Joule und die Business-AI-Funktionen zuletzt deutlich ausgebaut – unter anderem mit mehr spezialisierten Agenten, Joule-Funktionen in zahlreichen Lösungen und verbesserten Möglichkeiten, Antworten auf Basis von Dokumenten und Unternehmensdaten zu liefern. Unsere Mitgliedsunternehmen müssen sich jetzt aber die Frage stellen: Wie schnell lassen sich diese Innovationen produktiv, sicher und wirtschaftlich einsetzen? Wir brauchen konkrete Use Cases. Auch die Rahmenbedingungen wie anfallende Kosten müssen transparent sein und es muss klar sein, welche Daten wofür und wie genutzt werden.

Bei der Sapphire fiel das Schlagwort „Autonomous Enterprise“ mehrfach. Was hat es damit auf sich und welche Relevanz haben die Ankündigungen für Unternehmen?

SAP hat angekündigt, seine Strategie neu auf das Autonomous Enterprise auszurichten. Damit wird aus DSAG-Sicht die bestehende Business-Suite-Strategie um KI erweitert und es ist kein grundlegender Bruch für bestehende SAP-Landschaften zu erwarten. Ich sehe es durchaus positiv, dass SAP KI stärker in Geschäftsprozesse integrieren möchte – z. B. über Joule, KI-Agenten und den SAP Knowledge Graph. Offen ist für uns allerdings, wie praxistauglich und wirksam das Ganze im Unternehmensalltag wird. Es muss sichergestellt sein, dass SAP trotz KI-Fokus auch die Basisfunktionen in ERP und Business Suite nicht vernachlässigt.

5 Fragen, die SAP jetzt beantworten muss

  1. Wie werden Business AI und Joule sicher, transparent und wirtschaftlich nutzbar?
  2. Wie offen bleibt die SAP-Architektur trotz neuer API Policy?
  3. Wie schafft SAP Planungssicherheit für Unternehmen, die ihre S/4HANA-Transformation nicht bis 2027 abschließen?
  4. Wie belegt SAP den Business Case von Cloud, RISE/GROW und BTP?
  5. Wie wird SAP Business Data Cloud zur offenen Datenbasis für SAP- und Non-SAP-Landschaften?

Ein großes Thema in der SAP-Community ist auch die SAP Business Data Cloud. Aktuelle Entwicklungen wie die geplante Übernahme von Dremio zeigen zusätzlich, dass SAP die Verbindung von SAP- und Non-SAP-Daten für Analytics und KI weiter stärken will. Wird Datenmanagement damit zum entscheidenden Erfolgsfaktor der SAP-Transformation?

Ohne saubere, zugängliche und gut zu verarbeitende Daten funktioniert die KI nicht. Und moderne Prozesslandschaften auch nicht. SAP positioniert Daten zunehmend als Grundlage für Business AI, Analytics und Unternehmenssteuerung. Also würde ich schon sagen, dass Datenmanagement ein entscheidender Erfolgsfaktor ist. Für uns als Anwender muss die SAP Business Data Cloud bestehende Landschaften jedoch wirklich vereinfachen. Und es muss klar sein, ob neue Abhängigkeiten, Kosten und Integrationsfragen entstehen. Mir stellen sich auch die Fragen: Wie offen ist die SAP-Architektur? Wie gut funktionieren SAP- und Non-SAP-Daten zusammen? 

Die neue SAP API Policy sorgt in der Community für Diskussionen. Was ist aus DSAG-Sicht der zentrale Punkt?

Die neue API Policy begründet SAP z. B. mit steigender API-Nutzung und neuen Cloud- und KI-Szenarien. Zudem sind die bestehenden Schnittstellen nicht für die Nutzung durch KI-Agents ausgelegt. Außerdem will SAP damit die Performance steigern und die Systeme stabiler und sicherer machen. Das ist alles nachvollziehbar. Aber wir brauchen klare, verlässliche und vertraglich belastbare Rahmenbedingungen. Diskutieren müssen wir vor allem dort, wo künftig nur solche Schnittstellen als veröffentlichte APIs gelten, die im SAP Business Accelerator Hub oder in der Produktdokumentation ausgewiesen sind. Bei End-to-End-Prozessen, Partnerlösungen und KI-Szenarien darf es keine Grauzonen geben. Wir müssen genau wissen, welche Integrationen langfristig sicher, unterstützt und wirtschaftlich planbar sind. Die auch mit unseren Fragen veröffentlichte FAQ ist eine gute Unterstützung. Sie ersetzt aber nicht vertraglich belastbare Vereinbarungen.

Warum ist der DSAG-Jahreskongress 2026 gerade vor diesem Hintergrund der richtige Ort für den Austausch?

Auf dem DSAG-Jahreskongress werden wir die Ankündigungen der Sapphire praktisch einordnen: Was bedeutet das konkret für SAP-Anwenderunternehmen? Wo entstehen Chancen? Wo braucht es Nachbesserungen? Und welche Position nimmt die DSAG ein? Viele unserer offenen Fragen können nicht allein durch Produktankündigungen beantwortet werden. Wir brauchen den Austausch untereinander. Die direkten Gespräche mit SAP sind wichtig. Und der Erfahrungsaustausch unserer Mitglieder untereinander lässt uns voneinander lernen. Außerdem gibt der Kongress uns die Möglichkeit, unsere Anforderungen gebündelt sichtbar zu machen.

Vielen Dank für das Gespräch!

DSAG-Jahreskongress 2026

Transformation ist mittlerweile Betriebszustand. S/4HANA-, Cloud-, BTP-, KI- und Automatisierungsprojekte laufen parallel – bei steigender Komplexität, dynamischen Roadmaps und hohem Erwartungsdruck. Für SAP-Anwenderunternehmen stellt sich damit eine zentrale Frage: Wie lassen sich Orientierung, Stabilität und Handlungsfähigkeit sichern, wenn sich technologische, strategische und organisatorische Rahmenbedingungen permanent verändern? Dieser Frage gehen die Teilnehmenden des DSAG-Jahreskongresses 2026 vom 06. bis 08. Oktober 2026 in Köln nach.

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