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12. Mai 2026

Commerce Cloud: Eine schlanke Edition für KMU

SAP erweitert ihr Commerce-Cloud-Portfolio und adressiert damit kleine und mittelständische Unternehmen im B2B-Bereich.

Im Zuge der SAP-Kundenkonferenz Sapphire hat der Software-Konzern eine neue Commerce-Cloud-Lösung für die S/4HANA Public Cloud angekündigt: die SAP Commerce Cloud, Cloud ERP Edition – eine aus DSAG-Sicht sinnvolle Produktergänzung. Diese neue Edition richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, für die die bisherige Commerce Cloud zu mächtig ist. Damit reagiert SAP auf eine Forderung des Anwenderverbands, auch diese Zielgruppe mit einer für sie passenden Lösung zu bedienen. 

Die SAP Commerce Cloud ist als leistungsstarke Commerce-Plattform für große Enterprise-Kunden bekannt, die häufig in Kombination mit einem SAP Enterprise-Resource-Planning (ERP)-System eingesetzt wird. Damit übersteigt sie in Funktionsumfang und Komplexität häufig die Anforderungen von KMU deutlich. KMU, die ihren digitalen Vertrieb und Online-Handel steuern möchten, müssen nicht selten auf externe Lösungen zurückgreifen, um ihr Commerce-Projekt umzusetzen. Das soll sich nun ändern.

Auf der SAP-Kundenkonferenz im Mai gab der Software-Konzern bekannt, sein Commerce-Cloud-Portfolio um eine Edition erweitern zu wollen – die SAP Commerce Cloud, Cloud ERP Edition. Sie adressiert explizit KMU aus dem B2B-Bereich, die S/4HANA in der Public Cloud nutzen, sowie Unternehmen, die eine stärker standardisierte Commerce-Lösung benötigen. Mit der neuen Edition reagiert SAP auf eine Forderung der DSAG, auch KMU ein für sie passendes Produkt zur Verfügung zu stellen. Das Angebot ist perspektivisch außerdem für die Private Cloud vorgesehen, SAP hat es auf ihrer Roadmap für Ende 2026 geplant.

Commerce Cloud als „unsichtbarer“ Kern der neuen Lösung

Den Kern der neuen, schlanken Lösung bildet die Commerce Cloud. Sie stellt im Hintergrund via SAP-Schnittstellen – als SAP Managed Integration – die Anbindung an das Cloud ERP Public sicher, bleibt für Anwender:innen im Operativen allerdings unsichtbar. User haben mit ihr direkt keine Berührungspunkte.

Da die Lösung voll ERP-integriert läuft, können Anwender:innen auf die Daten der Teams aus Finanzen, Vertrieb und Operations zugreifen – und sie für die Preisgestaltung, die Bestellung und die Auftragsabwicklung nutzen. Ebenso bietet die SAP Commerce Cloud, Cloud ERP Edition eine zentrale Übersicht über Bestellungen aus unterschiedlichen Kanälen, darunter Online-Shops, elektronischer Datenaustausch sowie Telefon-, E-Mail- und Außendienstvertrieb. Der Vorteil für Kunden: Sie haben Zugang zu Angeboten, Bestellungen, Verträgen, Rechnungen und Versandinformationen gebündelt an einem Ort. Der Mehrwert für Anwender:innen: Daten zwischen kundeseitigen Systemen und Backoffice-Systemen lassen sich teilen und austauschen.

Darüber hinaus soll es auch möglich sein, Tickets aus dem Service in die neue Lösung einzubinden,  z. B. aus der Service Cloud. So kann auch für B2B-Kunden ein Kundenportal aufgebaut werden.

BDC stellt Integration der Stammdaten sicher

Teil des Angebots ist auch die Einbindung der SAP Business Data Cloud (BDC). Sie soll die Integration von Stammdaten sicherstellen und so das Versprechen der Suite Integration einlösen: dass alle zentralen Geschäftsanwendungen nahtlos ineinandergreifen, Daten fließen und sich Prozesse somit durchgängig end-to-end abbilden lassen. „Dieser Ansatz, Stammdaten via BDC-Datenprodukte in die Lösung zu integrieren, ist neu und grundsätzlich sinnvoll“, erklärt Thomas Henzler, DSAG-Fachvorstand Vertrieb, Produktion & Logistik. „Da die Datenprodukte durch SAP bereitgestellt und verwaltet werden, hat der Kunde mit der Integration keinen Aufwand im Betrieb. Gleichzeitig wird es spannend sein, zu sehen, was dieser Ansatz für die Entwicklung der Cloud Platform Integration bedeutet, die bis dato in vielen Fällen genau diese Funktion übernommen hat.“

Damit ist neben der BDC auch die Customer Data Cloud (CDC) Bestandteil der SAP Commerce Cloud, Cloud ERP Edition – ebenso wie Joule. Denn SAP will innerhalb der neuen Commerce-Cloud-Lösung auch Business-AI-Funktionen bereitstellen.

DSAG sieht Portfolio-Erweiterung positiv

„Aus DSAG-Sicht begrüßen wir diese Produktergänzung. Zumindest auf dem Papier liest sich die Ankündigung positiv und als gewinnbringendes Angebot für KMU“, so Henzler. „Noch offen lässt SAP, inwieweit Kunden, die bereits eine BDC oder CDC im Einsatz haben, diese einbringen können. Oder ob sie durch das neue Bundle, von dem BDC und CDC Teil sind, diese nutzen müssen.“

Der Fachvorstand erklärt weiter: „Zudem stehen noch viele Punkte auf der Roadmap. Hier gilt es für SAP, verlässlich zu liefern – auch wenn die Adoption durch die Kunden voraussichtlich etwas dauern wird, da viele noch mit der Cloud-ERP-Umstellung beschäftigt sind. Ebenso wird die Anbindung an die Private Cloud für SAP ein wichtiger Erfolgsfaktor sein.“

Er fügt hinzu: „In der Vergangenheit sorgten die Themen ‚Integration‘ und ‚Upgrades‘ im Kontext der Commerce Cloud für Kritik, weil sie meist mit hohen Kosten verbunden waren. Hier ist die gute Nachricht, dass es mit der SAP Commerce Cloud, Cloud ERP Edition keine Upgrade-Projekte mehr geben soll, da sie als Software-as-a-Service (SaaS)-Lösung automatisch und zentral auf das neueste Release gebracht wird. Mit Blick auf mögliche Implementierungskosten, die oftmals aus hohen Aufwänden resultieren, gibt SAP an, den Aufwand deutlich reduzieren zu wollen. Ziel sei eine Implementierung der Lösung in unter 90 Tagen. Inwiefern das in der Praxis realistisch sein wird, muss sich erst zeigen.“

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